Apostelkreuze

Im Jahre 381 waren in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, 150 Bischöfe versammelt und formulierten das große Glaubensbekenntnis. In vier prägnanten Worten wird das Wesen der Kirche beschrieben: „Wir glauben an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“. Dieses Bekenntnis beten wir auch heute bei besonderen Anlässen als das „Große Glaubensbekenntnis“ (s. Gotteslob Nr. 586/2). Der Begriff „Apostel „ kommt aus dem Griechischen und heißt Sendbote, Gesandter. Er erinnert daran, dass Jesus die Kirche auf die Apostel als Fundament gegründet hatte. Er hat sie in besonderer Weise gesandt und bevollmächtigt, die Kirche in seinem Namen zu leiten. Im Weiheritus eines Gotteshauses salbt der Bischof an 12 Stellen Pfeiler und Wände. An diesen Salbstellen werden seit jeher die „Apostelkreuze“ angebracht. So finden wir im Arkadenumgang diese Kreuze mit Symbolen der Apostel versehen. Einige dieser Zeichen sind uns geläufig, doch andere sind uns unbekannt. Alle nehmen Bezug auf Leben, Beruf und die Art ihres Todes.
die Kreuze
Hl. Andreas
Andreas war Fischer und zuerst ein Jünger von Johannes dem Täufer. Er ist gemeinsam mit seinem Bruder Simon Petrus dem Herrn mit den Worten „Wir haben den Messias gefunden“ gefolgt. Andreas war Zeuge der Wunder Jesu, war anwesend beim Abendmahl und Zeuge der Himmelfahrt Jesu. Pfingsten erlebte er gemeinsam mit den anderen Aposteln. Er blieb immer in Vertrautheit mit Jesus. Er wird sein „Erstberufener“ genannt.

Der Legende nach predigte Andreas in Thrakien (dem heutigen Bulgarien) und Kleinasien. In Griechenland befreite er den gefangenen Matthäus und gab dem Geblendeten das Augenlicht wieder. Von ihm werden viele Wunder, Heilungen und Erweckungen berichtet. Am Ende seines Lebens hielt er sich in Patras auf dem Peloponnes auf, wo er nach langem Leiden einen langsamen Tod – an ein X-förmiges Kreuz, genannt „Andreaskreuz“, gebunden – erlitt. Seine Gebeine wurden 356 n. Chr. in die Apostelkirche nach Konstantinopel gebracht, später nach Amalfi bei Neapel. Das Kopfreliquiar wurde 1462 von den Türken nach Rom gebracht, 1964 anlässlich des Vatikanischen Konzils nach Patras zurückgebracht und der griechisch-orthodoxen Kirche übergeben. Papst Paul VI. gab mit dieser Geste ein Zeichen der Verbundenheit mit der Schwesterkirche von Ostrom.

Unser Apostelkreuz zeigt das X-Kreuz. Andreas ist der Patron der Bergleute, Seiler und Fleischer.

Hl. Bartholomäus
Ein Fischer aus Galiläa, namens Nathanael, mit dem Vaternamen Bartholomäus wird durch den Apostel Philippus mit Jesus bekannt gemacht. In der Hl. Schrift lesen wir über diese Begebenheit: Jesus sieht Bartholomäus und sagt über ihn: „Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. “ Bartholomäus fragte ihn: „Woher kennst du mich?“ Jesus antwortete: „Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. “ Diese Antwort überzeugte ihn davon, ein Jünger Jesu zu werden.

Nach der Geistsendung zu Pfingsten predigte er in Mesopotamien, in Indien und Armenien. Hier bekehrte er den König. Um 51 n. Chr. wurde er auf Befehl des Bruders des Königs enthäutet (eine persische Todesstrafe) und enthauptet. Seine Reliquien kamen durch Kaiser Otto III. nach Rom, wo sie auf der Tiberinsel in der Kirche San Bartholomeo dell’ Isola ruhen.

Unser Apostelkreuz zeigt als Hinweis auf seine Todesart das Häutungsmesser und ein Stück Haut. Bartholomäus ist Patron der Bergleute, Bauern und Hirten. Sein Gedenktag ist der 24. August.

Hl. Jakobus, der Ältere
Auch Heilige haben eine Lobby. Der Grad ihrer Verehrung, ihre Bekanntheit und Wertschätzung hängt oft von Äußerlichkeiten ab. Die Popularität eines Heiligen wächst, wenn besondere Ereignisse auf sein Heiligenfest fallen oder markante Lostage mit dem Namen eines Heiligen verbunden werden, oder gar Wunderbares im Zusammenhang mit diesem Heiligen geschieht. Das ist beim Apostel Jakobus dem Älteren der Fall.

Jakobus war der Sohn des Zebedäus, der Bruder des Johannes, und Fischer in Bethsaida. Zusammen mit seinem Bruder wurde er von Jesus direkt aus dem Fischerboot zur Nahfolge gerufen. Scheinbar hatten beide Brüder ein heftiges Temperament, das ihnen den Spitznamen „Donnersöhne“ einbrachte. Jakobus gehörte dem inneren Kreis der Apostel an und ist so Zeuge der Verklärung aber auch des Angstgebetes Jesu am Ölberg. Nach der Überlieferung predigte Jakob in Spanien, war aber nicht sehr erfolgreich. So kehrte er nach Jerusalem zurück und wurde Bischof der ersten Christengemeinde. Im Jahr 44 wird Jakobus von König Herodes Agrippa hingerichtet. Das Grab des hl. Jakob im nordspanischen Santiago de Compostela wirkt wie ein Magnet. Durch ganz Europa führen Pilgerwege zu diesem Pilgerziel. Im Mittelalter kamen mehr Pilger nach Santiago als nach Rom und Jerusalem. Eine prachtvolle Kathedrale wurde über dem Apostelgrab gebaut. Über dem Hochaltar steht eine monumentale Jakobsstatue, die von den Pilgern umarmt wird, um die Verbundenheit mit dem Heiligen zu zeigen. Allerdings hat der Jakobskult auch eine dunkle Seite: Jakobus wird als Schutzheiliger der Reconquista – der blutigen Rückeroberung Spaniens von den Mauren – bezeichnet, er trägt den zweifelhaften Titel „Maurentöter“. Man kann auch Heilige politisch missbrauchen. In der Kunst wird der hl. Jakob oft mit Pilgerhut, Wanderstab und der nach ihm genannten „Jakobsmuschel“, eine Muschel, die als Ess- und Trinkschale verwendet wird, dargestellt.

Unser Apostelkreuz zeigt ein Schwert für seine Enthauptung. Das Winkelmaß findet leider keinen Bezug zum Apostel Jakobus. Spanien verehrt ihn als Schutzheiligen. Die Pilger, Ritter, Apotheker und Drogisten haben ihn zum Patron. Gedenktag ist der 25. Juli.

Hl. Jakobus, der Jüngere
Jakobus war der Sohn des Alphäus, eines Fischers. Seinen Namenszusatz „der Jüngere“ erhielt er deshalb, weil er später als „der Ältere“ von Jesus berufen wurde. Er war ein gebildeter und mit dem Alten Testament vertrauter Judenchrist. Sonst ist von seinem Leben und seiner Persönlichkeit wenig bekannt.

Nach dem Weggang des Petrus wurde Jakobus Leiter der Gemeinde von Jerusalem. Der Überlieferung nach sollte er von einer Tempelzinne aus seinen Glauben abschwören. Als er dies verweigerte, wurde er vom Hohen Rat der Juden zum Tode verurteilt, von der Mauer des Tempels gestürzt und mit einer Tuchwalkerstange erschlagen. Wir sehen dieses Werkzeug auf unserem Apostelkreuz. Als Todesjahr wird das Jahr 62 n. Chr. angenommen. Seine Reliquien befinden sich im Dom von Ancona. Ihm wird der Jakobusbrief, einer der Katholischen Briefe zugeschrieben. Er ist ein Brief, der nicht an eine bestimmte Person der Gemeinde gerichtet ist, sondern allgemein an die in der Zerstreuung (Diaspora) lebenden Christen bestimmt war. In diesem Brief findet sich die Grundlage für das Sakrament der Krankensalbung. Wir lesen im Abschnitt H 5: „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten zu sich. Sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, der Herr wird ihn aufrichten und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben!“

Die Gerber, Hutmacher und Krämer verehren ihn als Schutzpatron. Sein Gedenktag ist der 3. Mai.

Hl. Johannes
Johannes, der jüngere Bruder des Jakobus des Älteren aus Betsaida war zuerst ein Anhänger Johannes des Täufers und ist dann Jesus nachgefolgt. Ihn verband mit dem Herrn eine besondere Vertrautheit, die sich auch darin zeigte, dass Jesus ihm sterbend seine Mutter empfahl, für die er wie ein Sohn bis zu ihrem Tode sorgte. Über das spätere Leben von Johannes ist wenig bekannt. Er nahm am 1. Apostelkonzil im Jahre 51 teil, wo er auch Paulus kennen lernte.

Der Legende nach wurde er im Jahr 95 von Ephesus, wo er gelebt und gewirkt hatte, nach Rom gebracht. Er hatte in Ephesus gegen den Artemiskult gepredigt und dadurch den Aufstand der Silberschmiede verursacht. Sie fürchteten, dass sie ihre Artemisstatuen nicht mehr verkaufen könnten und so ihre Existenz verlieren würden. In Rom wurde er zum Tod in siedendem Öl verurteilt. Das Öl verwandelte sich jedoch in erfrischendes Wasser, so blieb er ohne Schaden. Darauf versuchte man ihn zu vergiften. Doch auch das Gift blieb ohne die erwünschte Wirkung. So schickte man ihn in die Verbannung auf die Insel Patmos. Hier schrieb er, der Überlieferung nach, die „Geheime Offenbarung“. Unter der Klosterburg von Patmos kann man jene Höhle besichtigen, in der Johannes gelebt haben soll. Nach dem Tod von Kaiser Domitian konnte er nach Ephesus zurückkehren und wurde dort ehrenvoll empfangen. www.hausarbeithilfe.com. Hier schrieb er das Evangelium und die drei Johannesbriefe an die von ihm gegründeten Gemeinden. Er erreichte ein hohes Alter und verstarb etwa um 100 n. Chr. als einziger Apostel nicht als Märtyrer. Auf dem Burghügel von Ephesus befindet sich die Grabeskirche des hl. Johannes. Auf seinem Apostelkreuz in unserer Kirche sind ein Kelch und eine Schlange zu sehen, sie beziehen sich auf den Giftanschlag in Rom. Als Evangelist wird ihm der Adler als Symbol zur Seite gestellt. Der Adler ist das Machtzeichen von Herrschaft. Jesu Selbstzeugnis vor Pilatus „Ja, ich bin König“ stellt diese Verbindung zum Adler her. Das Evangelium nach Johannes geht nicht so sehr dem Leben Jesu nach, wie bei den ersten drei Evangelien, sondern es legt Glaubenswahrheiten in Erzählungen über ihn dar. Das Wort seiner Selbstoffenbarung „Ich bin“ ist der rote Faden seiner Botschaft.

Johannes gilt als Patron der Buchdrucker, Glaser, Notare und deren verwandten Berufe. Sein Gedenktag ist der 27. Dezember

Hl. Philippus
Philippus stammte aus Betsaida, einer Stadt der Fischer, aus der auch die Apostel Petrus, Jakobus und Andreas kamen. Zuerst gehörte er zum Kreis von Johannes, dem Täufer. Dann folgte er Jesus. Er war ein realistisch denkender Mensch, er war es, der nach Angabe des Evangelisten, Jesus fragte: „Wo sollen wir Brot kaufen?“ Er glaubte unbeirrbar an Jesus. Als Beleg dafür, werden seine Worte beim letzten Abendmahl angeführt: „Herr, zeige uns den Vater, das genügt. “

Nach der Überlieferung soll er später in Vorderasien und in Südrussland missioniert haben. Zuletzt kam er nach Phrygien in Kleinasien und soll in Hierapolis bei Pamukkale den Märtyrertod durch Enthauptung erlitten haben. Daher sehen wir auf dem Apostelkreuz des Philippus das Henkerbeil. Das Jahr seines Todes ist nicht genau bekannt, etwa zwischen den Jahren 54 und 90.

Seine Reliquien kamen von Hierapolis über Konstantinopel nach Rom, wo sie in der Kirche „12 Apostel“ ruhen. Philippus wird auch dargestellt mit einem Brotlaib und einem T-förmigen Kreuz. Er ist der Patron von Luxemburg und von Brabant. Sein Gedenktag ist der 3. Mai.

Hl. Matthias
Nach dem Zeugnis der Apostelgeschichte wissen wir, dass Matthias durch Losentscheid an Stelle des Judas Ischariot, der Jesus verraten hatte, in den Kreis der zwölf Apostel aufgenommen wurde (Apg 1,15-16). Petrus erklärt im Kreis der Brüder, was einen Apostel ausmacht: Er muss selbst erlebt haben, was Jesus gesagt und getan hat, von seiner Taufe im Jordan an bis zu seiner Himmelfahrt. So kann er für die Auferstehung Jesu Zeugnis geben.

Die Zahl zwölf gilt im Orient und besonders bei den Juden als „heilige“ Zahl, ein Symbol für „das Ganze“: Jakob hatte 12 Söhne, die Väter der 12 Stämme Israels. Auch wir kennen die „Zwölf“ als Zeichen für etwas Ganzes. Das Jahr hat 12 Monate, im Sternenhimmel finden wir 12 Sternzeichen, die Europäische Union hat in ihrem Zeichen 12 Sterne. Matthias wirkte zuerst in Judäa und später in Äthiopien. Die Koptische Kirche begründet sich auf die Missionsarbeit des Matthias. Im Jahr 63 soll er in Judäa gesteinigt, durchbohrt und mit einem Beil enthauptet worden sein, daher auch Lanze und Beil in unserem Apostelkreuz. Seine Reliquien kamen als Geschenk der Kaiserin Helena im 4. Jh. Nach Trier, wo ihm zu Ehren die Abtei St. Matthias gegründet wurde.

Gedenktag ist der 24. Februar.

Hl. Petrus
Petrus, der Bruder des Andreas, hieß eigentlich Simon und war Fischer am See Genezareth. Jesus berief ihn und seinen Bruder in seine Nachfolge und gab ihm den aramäischen Namen Kephas, auf Griechisch Petros, das heißt „Fels“. In den Evangelien ragt er aus dem Kreis der Jünger schon früh hervor. Petrus war Zeuge der Taten und des Wortes Jesu und sollte zum Fundament der künftigen Gemeinde und Hirte seiner Herde werden.

Zuerst blieb er in Jerusalem und hielt nach der Apostelgeschichte am ersten Pfingstfest seine erste Predigt. Er taufte die ersten Heiden und war vielen Verfolgungen ausgesetzt, wurde aber immer wieder freigelassen. Eine Missionsreise führte ihn bis Rom. Hier war er Leiter der ersten Christengemeinde und traf auch den Apostel Paulus. Im Jahr 64 erlitt Petrus unter Kaiser Nero den Märtyrertod durch Kreuzigung mit dem Kopf nach unten. Petrus war der erste Bischof von Rom. Seine besondere Bedeutung erhielt er durch die Lehre von der apostolischen Nachfolge, gemäß der alle Bischöfe von Rom seine direkten Nachfolger sind. Sein Grab vermutet man unter der Peterskirche in Rom. Unser Apostelkreuz zeigt zwei Schlüssel, die allgemein bekannten Beigaben bei Darstellungen des Apostels Petrus. Sie sind Zeichen für die von Jesus übertragene Binde- und Lösegewalt.

Sein Festtag ist der 29. Juni (gemeinsam mit Paulus). Es ist jener Tag, an dem seine Reliquien von den Katakomben nach San Sebastian in Rom übertragen wurden. Petrus gilt als Patron der Schiffer, Brückenbauer und Fischer.

Hl. Matthäus
Matthäus steht am 21. September auf dem Kalender. Der Name bedeutet auf Hebräisch „Gabe Gottes“. Eigentlich hieß er Levi und war ein Zöllner, der Steuern für den römischen Staat einhob und dazu noch einen Teil für die eigene Tasche. Davon ließ es sich gut leben. Deshalb waren Zöllner ungeliebt und verachtet, sie arbeiteten mit den römischen Besatzern zusammen.

Im Matthäus-Evangelium (Kap. 9,9-13) lesen wir über seine Berufung: „Und als Jesus weiterging, sah er einen Mann an der Zollstätte sitzen, Matthäus mit Namen, und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm. “

Der Überlieferung nach predigte er in Persien und Äthiopien das Evangelium. In dieser Zeit schrieb er das erste nach ihm benannte Evangelium in aramäischer Sprache. Seine Reliquien kamen zuerst nach Paestum auf Sizilien und dann nach Salerno.

Jeder der Evangelisten hat ein Symbol. Matthäus einen Menschen, weil sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu beginnt. Sein Apostelkreuz in unserer Kirche zeigt ein Buch für das Matthäusevangelium und eine Geißel für seinen Martertod. Er ist Patron der Steuerbeamten, Bankangestellten und Buchhalter.

Hl. Simon
Simon der Zelot wird auch Simon der Eiferer genannt, wohl deshalb, weil er vor seiner Berufung zum Apostel der Partei der Zeloten, der Eiferer angehört hatte, wie auch Judas Thaddäus. Die Zeloten betrieben die Befreiung Israels von der römischen Herrschaft. Simon wird auch „Herrenbruder“ genannt, was wahrscheinlich Verwandter, Vetter des Herrn bedeutet. Sein Vater Klopas soll der Bruder von Josef, dem Nährvater Jesu gewesen sein.

Um das Jahr 62 wurde Jakobus der Jüngere als Bischof von Jerusalem hingerichtet. Simon wurde sein Nachfolger. Vor der Zerstörung Jerusalems verließ er die Stadt und soll in die Diaspora gegangen sein, das heißt, in die Landstriche um Palästina herum, in denen die Juden in der Minderheit und die Heiden in der Überzahl waren. Danach kehrte er zurück. Sonst ist über das Leben Simons nichts bekannt. In der Hl. Schrift wird er nur kurz genannt. Er soll im Jahre 107 im sehr hohen Alter von 120 Jahren den Tod als Märtyrer erlitten haben. Er wurde wie sein Meister aufs Kreuz geschlagen. Einer anderen Überlieferung nach wurde er durch Zersägen seines Leibes getötet, daher seine Darstellung mit Kreuz, oder wie bei unserem Apostelkreuz mit einer Säge.

Er gilt als Patron der Holzfäller und Waldarbeiter. Sein Gedenktag ist der 28. Oktober (gemeinsam mit Judas Thaddäus).

Hl. Judas Thaddäus
Der Beiname Thaddäus kommt aus dem Aramäischen und heißt „der Mutige“. Judas Thaddäus war, wie der Apostel Simon der Eiferer, Anhänger der Zeloten, einer jüdischen Sekte, die die Befreiung Palästinas von der römischen Herrschaft anstrebte. Er gehört zu den Jüngern Jesu über die historisch Gesichertes wenig bekannt ist. In den Evangelien wird er ein paar Mal genannt. Bei Johannes (14,22) stellt er die Frage nach dem Wesen der Jüngerberufung: „Herr, wie kommt es, dass du dich uns offenbarst und nicht der Welt?“

In den Apostelzyklen der bildenden Kunst fehlt er oft, seine Stelle nimmt dort der hl. Paulus ein. Es ist überliefert, dass er in Kleinasien, Armenien, Mesopotamien und Persien missionierte. In Edessa, heute Urfa in der Türkei, lebte König Abgar, der von Jesus gehört und ihm einen Brief geschrieben hatte, weil er durch ihn die Heilung von schwerer Krankheit erhoffte. Jesus soll geantwortet haben, er werde nach seiner Auferstehung einen seiner Jünger senden. Der Bote, der die Antwort überbrachte, sei Maler gewesen und habe Abgar ein Portraitbild von Jesus mitgebracht. Judas Thaddäus habe Abgar bekehrt und getauft, so brachte man den Apostel mit jenem legendären Bildnis in Verbindung: Manche Künstler zeigen den Apostel mit einem Medaillon in der Hand, das das Antlitz Christi trägt. Oft wird er mit einer Keule dargestellt. In unserem Apostelkreuz finden wir ein Beil, jedenfalls erlitt Judas um das Jahr 70 in Persien den Märtyrertod: Reliquien von ihm sind in St. Peter in Rom aufbewahrt. In der hl. Schrift finden wir den sogenannten Judasbrief. Darin wird vor Irrlehren gewarnt. Es ist auch die Rede von einem drohenden Gericht. Wahrscheinlich wurde der Brief vor der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 abgefasst.

Judas Thaddäus war lange in Vergessenheit geraten, es gibt fast keine Kirchen, die ihm geweiht sind. Erst im 18. Jahrhundert ist die Verehrung für ihn wieder erwacht. Er gilt als Patron der Verzweifelten, die ihn in ihrer Not anrufen. Sein Gedenktag ist der 28. Oktober.

Hl. Thomas
Thomas war vor seiner Berufung ein Fischer. Er wird in allen vier Evangelien erwähnt. Uns ist Thomas vor allem durch seinen Zweifel an der Auferstehung Jesu und seine Forderung eigenhändig die Wundmale überprüfen zu dürfen, bekannt. So wurde er zum sprichwörtlichen „Ungläubigen Thomas“. Jesus fordert Thomas auf, endlich zu glauben. Mit dem Glaubensbekenntnis „Mein Herr und mein Gott“, spricht Thomas eines der schönsten Gebete aus der Bibel. Der Tadel Jesu „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ richtet sich nicht nur an Thomas, sondern auch an uns alle.

Viele Legenden haben sich um Thomas gebildet. Seine Missionsreisen führten ihn bis nach Indien. In Mailapur in Kerala geriet er in Gefangenschaft und wurde gemartert und mit einer Lanze getötet. Noch heute nennen sich die Christen in Kerala „Thomaschristen“. In Mailapur wurde 1547 eine Kirche zu Ehren des hl. Thomas errichtet. Dort wird auch das Thomaskreuz aus dem 7. Jahrhundert aufbewahrt, das von seinem Martyrium erzählt. Seine Reliquien wurden 1218 auf die Insel Chios und dann nach Ortone in den Abruzzen übertragen.

Das Winkelmaß auf unserem Apostelkreuz deutet darauf hin, dass Thomas der Patron der Architekten und Bauarbeiter ist. Außerdem ist er der Schutzpatron von Portugal und Indien. Sein Gedenktag ist der 3. Juli. Der frühere Gedenktag, der 21. Dezember mit der längsten Nacht des Jahres, wird „Thomasnacht“ genannt.

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